Sepp Puchinger Promenade, 3500 Krems/Stein

VRC 2014

Nach dem Inn River Race und der ZvW (2er Langstrecke Wolfgangsee) stand am 3.5.2014 der nächste Langstrecken-„Klassiker“ der heurigen Regattasaison auf dem Programm. Mit Max/Matthias, Walter/Milan/Kurt/Heini sowie Walter/Heini konnten wir dieses Mal sogar 3 Boote in die Rennen über jeweils 4 km schicken.
Eröffnet wurde die Regatta von unserem 4er, gebildet durch Walter/Milan/Kurt/Heini, die im Rennen des MM-F 4x mit der Startnummer 1 auf die Strecke gingen. Bei starkem Mitwind setzt uns auf der ersten Streckenhälfte der 20 Sekunden nach uns gestartete MM-A 4x der LIA stark unter Druck; unser Ziel ist, nicht bereits vor der Wendeboje überholt zu werden und so pullen wir was das Zeug hält, angetrieben von unserem Schlagmann Heini, der hier auch wieder seine volle Routine bei der Kurswahl auf der Alten Donau ausspielen kann. Knapp vor der Wende hat uns das LIA-Boot beinahe eingeholt, aber eben nur beinahe, denn es trennen uns noch ca. 1 ½ Bootslängen und so stechen wir mit direktem Kurs auf die Wendeboje zu und zwingen so den Lia-4er in einen weiteren Wenderadius. Somit nehmen wir als immer noch führendes Boot den zweiten Streckenabschnitt in Angriff. Der nun heftige Gegenwind verlangt uns alles ab, aber nicht nur uns, denn auch das LIA-Boot kann nun nicht mehr so schnell wieder „Boden gutmachen“. Nach rund einem Kilometer schaffen sie es aber doch sich langsam an uns vorbei zu schieben. Lange habe ich vom Bug aus das Heck des LIA 4ers im Blickwinkel bzw. das rhythmische Geräusch beim Auf- und Abdrehen der Skulls im Ohr. Der hohe Wellengang, verursacht durch starken Seitenwind macht uns rudertechnisch nun schwer zu schaffen, immer wieder bleibt ein Ruderblatt beim Vorrollen in einer Welle stecken. Auf Höhe des LIA-Bootshauses höre ich die Anfeuerungsrufe der LIA-Fans an das vor uns fahrende Boot und gleichzeitig auch das Kommando „BEINE“ von Heini, der für die letzten 600m nochmals unseren vollen Einsatz fordert. Um mich von den Schmerzen abzulenken beginne ich nun die Schläge zu zählen. „500m – nur noch 60 Schläge“ denke ich mir. Als ich steuerbord seitig den Steg der Segelschule aus dem Augenwinke sehe, weiß ich, dass es wir nun bald geschafft haben – in diesem Augenblick erhöht Heini nochmals die Schlagzahl – Zielspurt. Nach einer gefühlten Ewigkeit höre ich dann endlich das längst herbeigesehnte „TUUT“ der Zielsirene – geschafft! Nun gilt es möglichst schnell anzulegen und trockene Kleidung anzulegen da der Wind auch von Regenfällen begleitet wurde.

Nach dem Umziehen gebe ich Max und Matthias einige kurze Hinweise für ihren Start im Doppelzweier und schicke sie rund 40 Minuten vor ihrem Start zum Aufwärmen. Heini und ich nehmen uns etwas länger Zeit bis wir wieder aufs Wasser gehen, da wir ohnedies vom 4er-Rennen bereits aufgewärmt sind. Nach 10 Minuten Aufwärmen reihen wir uns in die Startwarteschlange an 5 Position ein. Vor uns geht ein unmittelbarer Gegner im MM-D 2x ein Boot der LIA ins Rennen, unmittelbar hinter uns wieder ein LIA-Boot mit Haberl/Mosek – keine leichte Aufgabe für uns.

Schon sehr bald nach dem Start merken wir, dass die beiden extrem starken Druck auf uns machen, und ihrerseits vom MM-A Boot des PIRAT attackiert werden. Auf halben Weg zur Wendeboje passieren wir den vor uns gestarteten 2er der LIA mit Haberl/Mosek im Nacken. Wieder ist klar, wir müssen vor den beiden die Wendeboje erreichen und wieder gelingt uns wie bereits zuvor im 4er ein taktisch perfekt angelegtes Wendemanöver, durch das wir uns wieder einen kleinen Vorsprung vor unseren Verfolgern verschaffen können. Bei weiterhin starkem Gegenwind kann das Boot von PIRAT zu Haberl/Mosek aufschließen und diese auch kurzerhand überholen, jedoch schaffen sie es nicht sich abzusetzen, der Abstand zu uns scheint konstant. Zu Beginn des letzten Streckenviertels wiederum hoher Wellengang und starker Gegenwind. Hinter uns tobt ein Kampf zwischen PIRAT und LIA in dem nun das LIA-Boot wieder voran zu sein scheint. Trotz der schwierigen Bedingungen finden Heini und ich einen sehr guten Rhythmus und es gelingt uns, uns von den Verfolgern etwas abzusetzen. In dieser Phase, rund 800m vor dem Ziel, fahre ich bereits „auf Anschlag“ und ich bin mir nicht sicher ob das bis zum Ende so weitergehen kann. Wieder beginne ich die Schläge zu zählen und im Vergleich zum 4er dauert es diesmal noch länger bis wie die Ziellinie überqueren. Endlich das „TUUT“ – ich bin völlig erledigt. Als wir zurück zum Anlegesteg rudern und ich wieder halbwegs klar denken kann fällt mir ein, dass nun auch Max und Matthias bald das Ziel erreichen müssten. Angestrengt halte ich vom Steg Ausschau und tatsächlich kann ich die beiden bereits kurz vor der Ziellinie ausmachen – auch sie haben ihre erste VRC hinter sich gebracht. Als ich aus der Dusche komme haben die beiden bereits angelegt und schildern ihren Rennverlauf in dem sie zwei vor ihnen gestarteten Boote überholen.

Nachdem alle unter der Dusche waren und auch die Boote am Anhänger versorgt waren ging es sodann zu den Argonauten zur Siegerehrung. Trotz kaltem Wind und etwas Regen gute Stimmung bei allen Anwesenden. Pünktlich dann um 15:00 Uhr die Siegerehrung, bei der 2x der Steiner Ruder Club aufgerufen wurde.

„Sieger im Männer Master- D 2x – Steiner Ruder Club“, Sieger im Männer Master-F 4x Steiner Ruder Club“.

Nicht untergehen darf dabei jedoch die Leistung von Matthias und Max, die im Rennen der JM-B 2x den guten 5 Platz errudern konnten.

Alles in Allem ein toller Mannschaftserfolg für unsern Verein, auf den wir stolz sein dürfen.

HIPP HIPP HURRA!!