Sepp Puchinger Promenade, 3500 Krems/Stein

Vogalonga mit alternativer Anfahrt

An der diesjährigen Vogalonga in Venedig, der bereits zum 45. Mal stattfindenden friedlichen Demonstration von durch Menschenkraft bewegten Wasserfahrzeugen gegen die Vergnügungsschiffe in der venezianischen Lagune, nahmen heuer namens des Steiner Ruder Clubs Barbara und Georg teil.

Die Anreise erfolgte geteilt. Während Georg erst am Samstag per Bahn und Schiff ankam, schloss sich Barbara erstmals den radelnden Piraten an. In vier Tagen ging es 524 km von Innsbruck über mehrere Pässe, durch ursprüngliche Landschaften und Verkehrshöllen in Gruppengrößen von fünf bis elf Ruderinnen und Ruderern per Rennrad nach Venedig. Vieles wurde dabei gegen sich selbst gefahren, es flossen Tränen (kurz), wurden Verwünschungen ebenso wie Freudenrufe ausgestoßen und besonders gegen Ende waren Schmerzenslaute häufig zu vernehmen (ungefähr bei jeder Bodenwelle). Quartier wurde heuer erstmals nicht am Lido sondern wegen der leichteren und billigeren Wasserungsgegebenheit in Punta Sabbioni bezogen (teils am Campingplatz, Stein nobler im Appartement).

Die erste Fahrt am Samstag diente vorrangig dem Vergnügen und Essen fassen in Vignole, wo mangels Vertäuungsvorkehrungen die Boote durch den Gastgarten auf den dahinterliegenden Fussballplatz geschleppt wurden (begleitet von eindeutigen ablehnenden Gesten der Kellner). Die Rückfahrt war wellen- und verkehrsmäßig schon ein Vorgeschmack darauf, was sich am nächsten Tag abspielen sollte.

Zur Vogalonga selbst war der Tross aus Erfahrung bereits so früh am Start, dass vorzeitig weggerudert werden und dem Bulk entkommen werden konnte. Nicht alle im Boot fanden das lustig (Georg: „Langweilig!“), ein wenig Zeit hätte man sich wohl lassen können. Nach vollendeter „Voga“ ging es dann mitten durch den Berufsverkehr „schöpferisch“ (weil Boot dauernd voll) im Schneckentempo Richtung Unterkunft, wobei man nach zwei Drittel das Handtuch warf und sich in San Erasmo der Erforschung der lokalen önologischen Gegebenheiten hingab (zu essen gab es auch etwas). Danke den Piraten-Freunden, in deren Booten wir mitfahren durften und mit denen wir ordentlich Spaß hatten!

15. Juli 2019